Vorsicht!

Schädlingsübersicht beim Hanf-Anbau

Beim Anbau von Hanf kann es zu den verschiedensten, ungewollten Konfrontationen mit Schädlingen kommen, die die Kultur nicht nur schädigen, sondern auch komplett zerstören können. Hier findet ihr eine Übersicht über die am häufigsten vorkommenden Schädlinge beim Indoor Anbau oder der Kultivierung im Gewächshaus.

Blattläuse

Symptome:

  • Größere Ansammlungen von Blattläusen unter den Blättern, an Stängeln oder den Buds.
  • Hanfpflanze ist leicht mit Honigtau überzogen.
  • Wucherungen und Verkrüppelungen an den Blättern.
  • Auftreten von Ameisen.

Kurzbeschreibung:

Die Blattlaus kommt weltweit in mehreren Tausend Arten vor und ernährt sich in den meisten Fällen vom Saft der Pflanzen. Überschüssiger Zucker sondert sie als Honigtau ab, was oft zusätzlich Ameisen auf den Plan ruft, die sich Blattläuse regelrecht als Honigtau-Quelle halten. Viel unangenehmer ist, dass Blattläuse bis zu 150 verschiedene Viren übertragen können, die sie durch ihren Speichel von einer Hanfpflanze zur anderen transportieren können.

Gegenmaßnahmen:

  • Besondere Sauberkeit im Growroom und allen verwendeten Geräten.
  • Belüftung Insektensicher machen.
  • Luftfeuchtigkeit erhöhen.
  • Blätter vorsichtig mit Wasser abwaschen (oder Seifenlauge).
  • Einsatz von Marienkäfern, Schlupfwespen oder Gallmücken.


Spinnmilben

Symptome:

  • Spinnmilben nisten sich an der Blattunterseite ein.
  • Erste punktuelle, später komplette gelbliche Färbung der befallenen Blätter.
  • Blätter fallen ab.
  • (Manchmal) werden die Pflanzen leicht eingenetzt.

Kurzbeschreibung:

Die Spinnmilbe ist ein Spinnentier, das sich vom Saft der Pflanze ernährt. Mit bis zu 0,5 Millimeter Größe sind erwachsene Tiere mit dem bloßen Auge zu erkennen. Sie befinden sich meistens auf der Blattunterseite und schädigen dort die Zellen der Pflanze, was im Extremfall zum Absterben der Blätter und final zum Tot der Pflanze führen kann. Besonders gefürchtet ist die Spinnmilbe durch ihre schnelle Verbreitung über sämtliche Pflanzen.

Gegenmaßnahmen:

  • Auf Sauberkeit achten.
  • Belüftung Insektensicher machen.
  • Temperatur senken.
  • Luftfeuchtigkeit erhöhen.
  • Topfränder mit Harz bestreichen.
  • Einsatz von Pyrethrum.
  • Einsatz der Raubmilben (Phytoseiulus persimilis).


Thripse

Symptome:

  • Thripsen nisten sich an der Blattunterseite ein und huschen dort umher.
  • Weiße bis silbrige Blätter.
  • Blätter werden spröde und fallen ab.
  • Schwarze Kotrückstände an der Blattunterseite.

Kurzbeschreibung:

Die Thripsen, auch Fransenflügler oder Blasenfüße genannt nisten sich an der Blattunterseite der Hanfpflanze an und bohren von dort mit ihren Mundwerkzeugen die Pflanze an, um sich am Saft zu vergreifen. Sie werden bis zu 1,5 Millimeter lang und können von Hanfpflanze zu Hanfpflanze fliegen, wodurch sie sich innerhalb der Kultur schnell verbreiten können.

Gegenmaßnahmen:

  • Auf Sauberkeit achten.
  • Die Frischluftzufuhr Insektensicher machen.
  • Regelmäßiges Prüfen der Blattunterseiten um einen Befall möglichst früh zu erkennen.
  • Entfernen / Isolieren der stark befallenen Hanfpflanzen.
  • Entfernen von stark befallenen Blättern.
  • Austauschen der Erde.
  • Abduschen der Hanfpflanzen.
  • Erhöhung der Luftfeuchtigkeit.
  • Einsatz von Blautafeln.
  • Besprühen der Hanfpflanze mit Neemöl.
  • Einsatz von Raubmilben, Raubwanzen, Schlupfwespen oder Florfliegen.


Trauermücken

Symptome:

  • Schädigung des Wurzelwerks der Hanfpflanze.
  • Stark verlangsamtes Pflanzenwachstum.
  • Anfälligkeit für Krankheiten und Pilzbefall.

Kurzbeschreibung:

Die Trauermücke ist bis zu 5 Millimeter lang und hat eine dunkle Färbung. Nachdem die Weibchen ihre bis zu 200 Eier abgelegt haben, schlüpfen die Larven, die ins Erdreich der Pflanze wandern und dort die Wurzeln anbohren. Nachdem sich die Larven dort verpuppt haben, schlüpfen wenige Tage später ausgewachsene Trauermücken.

Gegenmaßnahmen:

  • Frischluftzufuhr Insektensicher machen.
  • Gelbtafeln aufstellen.
  • Substrat / Erde nicht zu feucht halten.
  • Organische Reste entfernen.
  • Einsatz von Fadenwürmern (Nematoden).


Weiße Fliegen

Symptome:

  • Beim Schütteln der Pflanze steigen weiße Fliegen auf.
  • Hanfpflanze ist leicht mit Honigtau überzogen.
  • Blätter wirken leicht silbrig.
  • Eingeschränktes Wachstum der Pflanze.

Kurzbeschreibung:

Die weiße Fliege kommt oft im Indoor Anbau und besonders in Gewächshäusern vor. Sie bohrt die Pflanze von der Blattunterseite an und schädigt somit das Wachstum enorm. Leicht zu finden sind die Tiere durch Schütteln der Hanfpflanze, wodurch die Fliegen direkt aufsteigen und mit 5 Millimeter Flügelspannweite gut zu erkennen sind. Sie sondern überflüssigen Zucker als Honigtau ab und sorgen so für Nährboden, der das Wachstum von Pilzen fördert.

Gegenmaßnahmen:

  • Besondere Sauberkeit im Growroom und allen verwendeten Geräten.
  • Belüftung Insektensicher machen.
  • Regelmäßige Kontrolle der Pflanzen durch leichtes Schütteln.
  • Klebefallen.
  • Abwaschen der Blattunterseiten mit Seifenlauge.
  • Besprühen der Pflanze mit Neemöl.
  • Einsatz der Schlupfwespe.